Altersvorsorge-Depot  – verständlich erklärt.

Ab 1. Januar 2027 löst das Altersvorsorge-Depot die Riester-Rente ab. Wir erklären, was das Produkt kann, wo es seine Grenzen hat, und ob sich ein Wechsel für dich lohnt.

Was ist das Altersvorsorge-Depot?

Das Altersvorsorge-Depot — kurz AVD — ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt nach dem Altersvorsorgereformgesetz, das zum 1. Januar 2027 startet. Es kombiniert die Förderlogik der Riester-Rente mit modernen Anlageformen wie ETF-Sparplänen.

Du zahlst monatlich einen Eigenbeitrag — der Staat legt Zulagen obendrauf, abhängig von deinem Beitrag, deinen Kindern und deinem Alter. Das Geld wird kapitalmarktnah angelegt, idealerweise in einem breit gestreuten ETF-Portfolio. Zur Rente kannst du es als monatliche Auszahlung über einen Auszahlplan oder als lebenslange Leibrente beziehen.
Förderrechner

Was bekommst du vom Staat?

Stelle deinen geplanten Beitrag, deine Kinder und dein Alter ein — wir rechnen die jährliche Zulage und den Steuervorteil live aus.

Monatlicher Beitrag 30€
Kinder 0
Alter 35 J
Steuersatz 35%
540 €
Bei 360 € Eigenbeitrag pro Jahr
Grundzulage 180 €
Kinderzulage 0 €
Bonus 0 €
Steuerersparnis 0 €
Förderquote 50 %
Vereinfachte Berechnung nach AVReformG (Stand Mai 2026). Beiträge sind bis 150 €/Monat (= 1.800 €/Jahr) förderfähig — der Sonderausgabenabzug wird auf diesen Betrag gedeckelt; höhere Beiträge erhöhen die Förderung nicht weiter. Tatsächliche Förderung kann je nach individueller Steuersituation, Günstigerprüfung und Kinder-Zuordnung abweichen. Diese Berechnung ersetzt keine persönliche Beratung.

Was ist neu im Vergleich zur Riester-Rente?

Die AVD-Reform räumt mit vielen Schwachstellen der Riester-Rente auf. Hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.
Eigenschaft
Riester-Rente (alt)
Altersvorsorge-Depot (neu)
Anlageform
Garantierte Beitragsrückzahlung — geringe Renditechancen
ETF / Fonds ohne Beitragsgarantie — volle Marktrendite möglich
Förderlogik
Komplexe Mindesteigenbeitrags-Berechnung mit Zulagenkürzung
Beitragsproportional: 50 % auf bis 30 €/Mt, dann 25 % bis 150 €/Mt
Kinderzulage
300 € pro Kind fix (ab 2008 geboren)
Bis 300 € pro Kind, 100 % auf bis 25 €/Monat Eigenbeitrag
Berechtigte
Pflichtversicherte Arbeitnehmer + Beamte
Zusätzlich: Selbstständige und Freiberufler
Berufseinsteiger
200 € Einmalbonus unter 25
200 € Einmalbonus unter 25 (bleibt)
Abschlusskosten
Zu Vertragsbeginn konzentriert (zillmern bis 5 Jahre)
Auf gesamte Laufzeit verteilt — günstiger Wechsel
Anbieterwechsel
Übertragsgebühr regelmäßig 100–300 € beim alten Anbieter
Max. 150 € beim alten Anbieter — nach 5 Jahren Laufzeit komplett kostenfrei
Auszahlung
Lebenslange Leibrente Pflicht; max. 30 % Einmalkapital
Wahlweise Auszahlplan (bis ≥ 85) oder Leibrente; 30 % Einmalkapital
Effektivkostenquote
Häufig 1,5 % – 2,5 % p. a.
1,0 % - 1,5 %
Kurz gesagt: Das AVD ist flexibler, transparenter und in der Anlageform moderner als das alte Riester. Die starre Beitragsgarantie fällt weg — dafür bekommst du eine faire Chance auf echte Aktien-Renditen.

Lohnt sich ein Wechsel vom alten Riester?

Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, hat ab 2027 drei mögliche Pfade — und nicht jeder ist für jeden der richtige. Die pauschale Antwort „immer in das AVD wechseln" gibt es nicht.
Pfad A - Stillhalten

Alter Vertrag & alte Förderung behalten

Du lässt den bestehenden Riester unverändert weiterlaufen und bekommst weiterhin die Riester-Zulagen nach altem Recht.
Achtung: Wer den alten Riester behält, darf kein neues AVD parallel abschließen. Die staatliche Förderung gibt es entweder im alten oder im neuen Produkt — nicht doppelt.

Gut für: geringe Eigenbeiträge mit hoher Kinderzulage, gut performende Bestände

Pfad B - Brücke

Alter Vertrag, neue Förderlogik

Der bestehende Vertrag wird beibehalten, aber zukünftige Beiträge werden nach der neuen AVD-Förderlogik bezuschusst. Voraussetzung: Anbieter zieht mit und stellt den Tarif technisch um.

Gut für: Verträge mit hohem Garantiezins oder kurzer Restlaufzeit, bei denen sich ein Übertrag nicht mehr rechnet

Pfad C - Wechsel

Neuer AVD-Vertrag mit Übertrag des alten Kapitals

Das bisherige Riester-Guthaben wird auf einen neuen AVD-Vertrag übertragen. Zulagen und Steuerersparnis aus der Vergangenheit bleiben dabei vollständig erhalten — keine Förderrückzahlung.
Übertragskosten beim alten Anbieter max. 150 €, nach 5 Jahren Laufzeit kostenfrei. Statt 100 %-Beitragsgarantie arbeitet dein Kapital ab dann am Markt.

Gut für: die meisten Bestandsverträge — vor allem klassische Riester mit hohen Kosten und niedriger Renditeerwartung

Welcher Pfad für dich der richtige ist, hängt von Vertragsalter, Kostenstruktur, Restlaufzeit, Garantiezins und deiner Familiensituation ab. Pauschal gewinnt keiner der drei Pfade — geprüft werden muss aber jeder Vertrag.

Wir rechnen es für dich durch.

Jeder Riester-Vertrag ist anders. Wir nehmen deine Standmitteilung, prüfen die Effektivkosten, das angesparte Kapital und die Renditeerwartung beim Wechsel — und sagen dir klar, ob sich der Übertrag für dich finanziell lohnt. Kostenfrei und unverbindlich.
Wechsel-Check anfordern

Für wen ist das AVD besonders interessant?

Das AVD entfaltet seinen vollen Förderhebel nicht für jeden gleich stark. Diese Gruppen profitieren überdurchschnittlich.
Berufseinsteiger unter 25
Wer vor dem 25. Geburtstag den ersten Vertrag abschließt, bekommt einmalig 200 € Bonus. Mit 40 Jahren Anlagehorizont arbeitet zusätzlich der Zinseszinseffekt besonders stark für dich..
Familien mit Kindern
Pro kindergeldberechtigtem Kind bis zu 300 € Zulage jährlich. Bei zwei Kindern sind das 600 € pro Jahr nur an Kinderzulagen — plus die Grundzulage von bis zu 180 € auf einen 30-€-Monatsbeitrag.
Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen
Der 30-€-Sockel-Effekt ist hier besonders wirksam: Bei 30 € Monatsbeitrag liegt die Förderquote über 50 %. Das ist ein Hebel, den keine andere Anlageform liefert.
Selbstständige und Freiberufler
Erstmals förderberechtigt. Wer keine gesetzliche Rente erwirbt, bekommt mit dem AVD einen staatlich geförderten Vorsorgebaustein außerhalb der Rürup-Rente.
Bestehende Riester-Sparer
Wer einen klassischen Riester-Vertrag hat, kann ihn günstig in das AVD übertragen und von der attraktiveren Förderlogik plus ETF-Anlage profitieren. In den meisten Fällen rechnet sich der Wechsel.

Wo hat das AVD seine Grenzen?

Das AVD ist ein gutes Vorsorgeprodukt — aber kein Allheilmittel. Diese Einschränkungen solltest du kennen, bevor du dich entscheidest.

Auszahlung erst ab 65.

Vor diesem Alter kommst du nicht an dein Geld — außer du kündigst, was aber die Förderrückzahlung auslöst. Das AVD ist deshalb keine Notreserve und keine flexible Vermögensanlage.

Nachgelagerte Besteuerung.

Im Alter werden die Auszahlungen voll mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Hier solltest du höhere Abgaben zur Planung einkalkulieren.

Maximal 30 % Einmalauszahlung zu Rentenbeginn.

Der Rest läuft zwingend als Auszahlplan (bis mindestens Alter 85) oder als lebenslange Leibrente. Eine komplette Vermögensauflösung in der Rente ist nicht möglich — und 30 % sind in vielen Lebenslagen schlicht zu wenig: für eine schwere Krankheit, eine größere Renovierung am Haus oder eine Pflegesituation kommst du an das gebundene Restkapital nicht heran, ohne die Förderrückzahlung auszulösen.

Auszahlplan ist starr.

Wenn du im laufenden Auszahlplan einmal mehr Geld brauchst — zum Beispiel für Pflege, Hauskauf der Kinder oder Modernisierung — kommst du nicht ans Restkapital. Nur durch Kündigung, was bei gefördertem Kapital die Förderrückzahlung auslöst.

Eingeschränkte Vererbung.

Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder können das Guthaben förderunschädlich übernehmen. Bei allen anderen Erben fällt Förderrückzahlung an. Wer einen unverheirateten Lebenspartner oder erwachsene Kinder bedenken will, muss das mitdenken.

Förderhebel sinkt ab 30 €/Monat deutlich.

Die ersten 30 € werden mit 50 % gefördert, alles darüber nur noch mit 25 % — bis maximal 150 €/Monat. Ab 150 €/Monat entfällt die Förderung ganz.

Keine Beleihbarkeit als Sicherheit.

Ein AVD kann nicht als Tilgungsersatz für eine Immobilienfinanzierung verpfändet werden. Wer das braucht, ist mit einer klassischen privaten Rentenversicherung der dritten Schicht besser bedient.
Diese Grenzen bedeuten nicht, dass das AVD eine schlechte Wahl ist — aber sie zeigen, dass es in den meisten Fällen nur ein Baustein in einem durchdachten Vorsorgekonzept sein sollte. Die ergänzende private Vorsorge bleibt für Flexibilität, Vererbung und Sondersituationen relevant.

Brauchst du dafür einen Berater?

Eine ehrliche Antwort: Ein Standardprodukt kannst du theoretisch online und beratungsfrei abschließen — der Gesetzgeber hat das so vorgesehen. Trotzdem gibt es gute Gründe, mit jemandem zu sprechen.
Du brauchst keinen Berater, wenn...
du dich ausschließlich auf die vorgegebene Anlagestrategie deines Anbieters verlassen willst
du lediglich den 30-€-Sockelbeitrag nutzen möchtest, um dir die staatliche Grundförderung zu sichern, ohne darüber hinaus höhere Beiträge einzuzahlen.
du selbst besser einschätzen kannst, ob für deine persönliche Situation später ein Auszahlplan oder eine lebenslange Leibrente die passendere Option ist.
du aktuell keine bestehenden Riester-Verträge hast, die zunächst überprüft oder in die Beratung einbezogen werden müssen.
du keine ergänzende Vorsorge planst und keine Kombination mit privater Vorsorge wünschst
Beratung lohnt sich wenn...
du das Produkt so gestalten möchtest, dass es optimal zu deiner persönlichen Lebenssituation, deinen Zielen und deinen finanziellen Möglichkeiten passt.
du bereits Riester-Guthaben aufgebaut hast und gemeinsam prüfen möchtest, ob eine Übertragung in einen neuen Vertrag sinnvoll und für dich vorteilhaft ist.
du auch über 30 €/Monat ansparen willst — dort spielt die ergänzende dritte Schicht eine wichtige Rolle
du eine Familie oder bestehende Vorsorgeverträge in dein Gesamtkonzept einbinden möchtest
du wissen möchtest, wie du dir dein angespartes Kapital später auszahlen lassen kannst und welche steuerlichen Unterschiede dabei zu beachten sind.
du das Altersvorsorgedepot (AVD) im Zusammenhang mit Themen wie Eigenheim, Berufsunfähigkeit oder der Vermögensweitergabe im Erbfall betrachten möchtest.
Kurz: Für die reine Förderausnutzung brauchst du niemanden. Für eine passende Gesamtlösung, die zu deiner Lebenssituation passt, ist eine fundierte Beratung den Aufwand wert.

Welche Alternativen zum AVD gibt es?

Das AVD ist eines von mehreren Vorsorgeprodukten. Erst im Vergleich mit der ersten, zweiten und dritten Schicht — und mit dem freien Wertpapierdepot — wird klar, wo es seine Stärken ausspielt und wo eine andere Form sinnvoller wäre.
1. Schicht

GRV & Basisrente (Rürup)

Steuer in der Einzahlung:
Beiträge zu 100 % als Sonderausgabe abziehbar (bis 27.566 € / 55.132 €). Höchster Steuerhebel in der Einzahlung.
Steuer in der Auszahlung:
Voll nachgelagert mit pers. Steuersatz (2058 zu 100 %, Übergangsregel). Sozialversicherungspflichtig in KV/PV bei Pflichtversicherten.
Flexibilität:
Sehr gering. Nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht frei vererbbar — nur Hinterbliebenenrente für Ehepartner / Waisen.
Vorteile:
Bester Hebel für Hochverdiener & Selbstständige; lebenslange Rente; Hartz-IV- und pfändungssicher.
Nachteile:
Keine Kapitalauszahlung möglich, kein Vererben an Erwachsene, Rendite GRV demografisch fraglich.
2. Schicht

bAV & AVD

Steuer in der Einzahlung:
bAV: bis 4 % BBG steuer- und sozialversicherungsfrei (2026 ~ 305 €/Mt). 
AVD: Sonderausgabenabzug + Zulagen (Grundzulage bis 540 €, Kinderzulage bis 300 € je Kind).
Steuer in der Auszahlung:
bAV: voll mit pers. Steuersatz + volle KV/PV-Beiträge auf die Auszahlung. 
AVD: Halbeinkünfteverfahren bei 12+62 (50 % steuerfrei) mit pers. Steuersatz.
Flexibilität:
bAV: portabel zwischen Arbeitgebern eingeschränkt; Kapitaloption begrenzt. 
AVD: max. 30 % Einmalkapital, Rest als Auszahlplan (≥ 85) oder Leibrente; nicht beleihbar.
Vorteile:
bAV: 15 % AG-Zuschuss + SV-Ersparnis in Einzahlung. 
AVD: hoher Förderhebel auf den 30 €-Sockel (50 %); Zulagen für Familien.
Nachteile:
bAV: Doppelverbeitragung der KV bei freiwillig Versicherten in der Rente; nur mit Beitragsgarantie möglich. 
AVD: Auszahlplan starr, max. 30 % Einmalkapital, Vererbung nur an Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder förderunschädlich.
3. Schicht

Private Rente (FRV)

Steuer in der Einzahlung:
Keine Förderung — Beiträge aus bereits versteuertem Einkommen.
Steuer in der Auszahlung:
Bei Kapitalauszahlung nach 12 Jahren Laufzeit und ab Alter 62: Halbeinkünfteverfahren (50 % steuerfrei) plus 15 % Versicherungs-Teilfreistellung. Bei Verrentung: Ertragsanteilsbesteuerung (~ 17 % bei Alter 67).
Flexibilität:
Hoch: kündbar, teilauszahlbar, beleihbar, frei vererbbar. Wahl zwischen Einmalauszahlung und lebenslanger Rente.
Vorteile:
12+62-Steuerprivileg; volle Kapitalverfügung; freie Erben einsetzbar; lebenslange Rente optional.
Nachteile:
Keine Einzahlungsförderung; oft hohe Vertragskosten im Versicherungsmantel; Renditeanteil von Garantieanforderungen abhängig.
Frei

Wertpapierdepot & ETF-Sparplan

Steuer in der Einzahlung:
Keine Förderung — Beiträge aus versteuertem Einkommen.
Steuer in der Auszahlung:
Abgeltungsteuer 25 % + Soli + ggf. KirchSt. auf Gewinne; 30 % Teilfreistellung bei Aktien-ETFs. Sparerpauschbetrag 1.000 €/2.000 €.
Flexibilität:
Maximal: jederzeit ganz oder teilweise verkaufen, beliebige Beträge, frei vererbbar, beleihbar, kein Mindestalter.
Vorteile:
Volle Kontrolle und niedrige Kosten (ETF < 0,2 %); kein Renteneintrittszwang; für Notfälle & Lebensereignisse verfügbar.
Nachteile:
Keine Förderung; laufende Besteuerung durch Vorabpauschale auf thesaurierende Fonds; Fondstausch nur steuerpflichtig möglich; keine lebenslange Rente automatisch; kein Pfändungs- oder Hartz-IV-Schutz wie bei den geförderten Schichten.
Vereinfachte Darstellung. Die optimale Lösung kombiniert in der Regel mehrere Schichten — das AVD bringt als einziges Produkt Sonderausgabenabzug, Zulagen und das Halbeinkünfteverfahren in einer Hülle zusammen, ist dafür in Vererbung und Auszahlung stärker gebunden als die private Rente oder das freie Depot.

Sprich uns an — wir rechnen es für dich durch.

Du bist unsicher, ob ein Wechsel sinnvoll ist? Du möchtest wissen, wie das AVD in dein bestehendes Vorsorgekonzept passt? Schreib uns kurz, oder ruf an — wir nehmen uns Zeit für deine Situation.
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