Die drei Säulen des Vermögensaufbaus
Stefan Gierschke
Von Stefan Gierschke am 17. Juni 2024 zum Thema 

Die drei Säulen des Erfolgs - das magische Dreieck in der Geldanlage

Für Sparer ist es meist schwer, zu entscheiden, welche Produkte für die eigene Geldanlage geeignet sind. Und wer sich mit diesem Thema befasst, wird schnell feststellen, dass ein Finanzprodukt alleine nicht ratsam ist. Der richtige Mix aus verschiedenen Anlageprodukten streut das Risiko und steigert die Ertragschance. Und an diesem Punkt kommt auch das „magische Dreieck der Geldanlage“ ins Spiel; es hilft dir dabei, deine Anlage in Liquidität, Rendite und Risiko aufzuteilen – die drei Säulen einer erfolgreichen Vermögensplanung.

Was ist das magische Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geldanlage bildet die Säulen einer erfolgreichen Vermögensplanung. Denn es setzt die drei wichtigen Aspekte Sicherheit, Liquidität und Rendite in Relation zueinander. So hilft es Sparern dabei, zu definieren, wie ihr Anlagemix aussehen sollte.

  • Es gibt keine Geldanlage, die alle drei Aspekte Sicherheit, Liquidität und Rendite gleichzeitig erfüllt. Eine Kapitalanlage, die Sicherheit und Liquidität bietet, ist meist mit geringer Renditechance verbunden. 

Deshalb ist es wichtig, das Kapital zu streuen. Also nicht das gesamte Vermögen in ein Finanzprodukt zu investieren, sondern verschiedene Geldanlagen für einen erfolgreichen Vermögensaufbau zu nutzen. Und dabei sollten alle drei Aspekte abgedeckt werden – mit unterschiedlicher Gewichtung, je nach eigenen Präferenzen.

Die drei Säulen der erfolgreichen Geldanlage

  • Sicherheit

Der Aspekt der Sicherheit definiert, wie hoch das Verlustrisiko der Kapitalanlage ist. Grundsätzlich ist kein Produkt gänzlich frei von Risiken; einige Anlageformen gelten aber als besonders risikoreich. Dazu gehören bspw. Aktien und Crowdinvesting. ETFs und Fonds siedeln sich im mittleren Bereich an und Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld sowie Edelmetalle werden als eher sichere Geldanlagen gehandelt.

Zu beachten ist; umso sicherer ein Finanzprodukt, desto geringer ist die Renditechance. Wer den Fokus auf die Rendite legt, muss risikoreicher investieren.

  • Liquidität

Die Liquidität bestimmt, wie wichtig es den Anlegern ist, kurzfristig auf ihr Kapital zugreifen zu können. So können sie bspw. von einem Sparbuch oder einem Tagesgeldkonto jederzeit Geld entnehmen. Wer in Aktien oder Fonds investiert, ist weniger flexibel und kann sogar Verluste machen, wenn vorzeitig Kapital aus der Geldanlage gezogen wird. Und bei einer Investition in Immobilien geht die Liquidität ggf. gegen Null.

Sparer müssen also entscheiden, ob sie jederzeit auf ihr angelegtes Geld zugreifen möchten. Eine höhere Liquidität bedeutet aber meist eine geringere Renditechance.

  • Rendite

Wer sein Kapital möglichst effizient vermehren möchte, legt den Fokus auf die Rendite. Dabei sind zwei Faktoren entscheidend: Um eine möglichst hohe Rentabilität zu erzielen, ist eine längere Anlagezeit sinnvoll. Gerade für Fonds, ETFs und Immobilien sollten Sparer eine lange Zeitspanne von mindestens fünf Jahren, bei Immobilien sogar 15 bis 20 Jahre einplanen. Außerdem geht die Rendite zugunsten der Sicherheit: Für möglichst hohe Ertragschancen müssen Anleger mehr Risiken eingehen.

Wer z. B. Geld für die Rente spart und nur noch wenig Zeit zur Verfügung hat, sollte zulasten der Rendite eher sicherheitsorientierte Produkte wählen, um das Verlustrisiko zu minimieren. Hast du aber noch genügend Zeit und kannst Verluste besser ausgleichen, kannst du höhere Risiken eingehen, um die Renditechance zu maximieren.

Das magische Dreieck im Detail

Ein Dreieck ergibt sich mit den drei Säulen einer erfolgreichen Vermögensplanung deshalb, weil immer nur zwei Aspekte berücksichtigt werden können. Der dritte Aspekt auf der gegenüberliegenden Seite lässt sich nicht damit kombinieren.

So kann eine Geldanlage die Komponenten Sicherheit und Liquidität vereinen (Sparbuch), aber nicht gleichzeitig auf Rendite setzen. Wiederum können Immobilien eine hohe Rendite abwerfen und Sicherheit bieten, sind als Kapitalanlage aber nicht liquide und fordern einen langen Anlagehorizont.

Bei der Nutzung des magischen Dreiecks der Geldanlagen ergeben sich folgende Kombinationsmöglichkeiten:

  • Sicherheit und Liquidität

Diese Anlageformen haben ein geringes Verlustrisiko und ermöglichen es gleichzeitig, relativ schnell und einfach an das Kapital zu kommen. Dazu gehören Tages- und Festgeldkonten sowie Sparbücher. Sie zeichnen sich durch eine feste Verzinsung aus und sind gut planbar. Da bei Bedarf Geld entnommen werden kann, sind diese Anlageformen auch als Rücklagenkonto geeignet.

Sicherheit und Liquidität gehen jedoch zulasten der Rendite.

  • Sicherheit und Rendite

Die Aspekte Sicherheit und Rendite sind schwerer zu vereinen, da die höchstmögliche Rendite auf dem Kapitalmarkt erzielt werden kann. Kapitalmarktprodukte bergen allerdings ein Risiko für Verluste.

Wer dennoch sicher und mit Renditepotenzial investieren möchte, wählt Immobilien. Dafür muss das Kapital aber über einen langen Zeitraum angelegt werden. Oder Staatsanleihen. In beiden Fällen ist das Geld allerdings für einen langen Zeitraum gebunden und kann nicht einfach bei Bedarf entnommen werden.

  • Rendite und Liquidität

Wie bereits erwähnt, birgt der Kapitalmarkt das höchste Renditepotenzial. Dort lässt sich der Aspekt Rendite mit Liquidität vereinen: Aktien und ETFs ermöglichen es, jederzeit Geld zu entnehmen und gleichzeitig das Gewinnpotenzial auszuschöpfen. Das ist aber nicht immer sinnvoll, denn eine vorzeitige Kapitalentnahme kann hohe Verluste bedeuten – es gibt also wenig Sicherheit. Gerade bei ETFs wird daher empfohlen, das Kapital mindestens fünf Jahre anzulegen.

So nutzt du das magische Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geldanlage veranschaulicht nicht nur die Säulen einer guten Vermögensplanung. Es hilft dir auch dabei, dein Kapital bestmöglich zu investieren. Denn es verdeutlicht zunächst die Zusammenhänge zwischen den Zielen, die bei einer Kapitalanlage verfolgt werden können: Liquidität, Rentabilität und Sicherheit.

Mit dem magischen Dreieck kannst du ein Gleichgewicht zwischen den drei Zielen finden. Das bedeutet meist, in mehrere Produkte zu investieren. Man spricht hierbei auch von einer Diversifikation in der Geldanlage; das Kapital wird gestreut, um das Risiko zu minimieren und das Potenzial voll auszuschöpfen. Dafür legst du fest, welche Aspekte dir besonders wichtig sind. Und diese finden die höchste Berücksichtigung.

Möchtest du dein Geld z. B. renditeorientiert und risikoarm anlegen, raten wir dir zu Staatsanleihen und Immobilienfonds. Diese haben aber eine lange Laufzeit und du kannst Kapital nur schwer bis gar nicht entnehmen. Damit du liquide bleibst und für finanzielle Engpässe gewappnet bist, kannst du gleichzeitig ein Tagesgeldkonto für Rücklagen eröffnen. Der Fokus liegt jedoch auf Sicherheit und Rendite, weshalb der größte Teil des zur Verfügung stehenden Kapitals in die Staatsanleihen / den Immobilienfonds fließt.

Lege dein Anlageprofil fest

Um das magische Dreieck der Geldanlagen zu nutzen, definierst du dein persönliches Anlageprofil. Daraus wird deutlich, welche Aspekte dir besonders wichtig sind und worauf sich dein Fokus bei der Kapitalanlage richten sollte. Dafür werden folgende Punkte festgelegt:

1. Deine Ziele: Sparst du für die Rente oder ein neues Auto? Wofür möchtest du das Kapital nutzen?

2. Dein Bedarf: Abhängig von deinen Zielen wird deutlich, wie hoch dein finanzieller Bedarf ist. Wer bspw. für die Rente spart, braucht mehr Vermögen als für eine Reise.

3. Deine Werte: Verfolgst du bestimmte Werte, die berücksichtigt werden sollen? Einige Anleger investieren in nachhaltige Anlageprodukte oder bevorzugen bestimmte Branchen.

4. Deine finanziellen Mittel: Besonders wichtig ist, herauszufinden, wie viel Geld du anlegen kannst. Stehen dir höhere Summen zur Verfügung oder willst du mit regelmäßigen Beiträgen sparen? Davon abhängig ist auch, wie liquide deine Geldanlage sein muss. Hast du bereits Rücklagen, liegt dein Fokus eventuell mehr auf Sicherheit und/oder Rendite. Hast du wenig Vermögen aufgebaut, solltest du den Aspekt der Liquidität nicht außer Acht lassen, um für finanzielle Engpässe gewappnet zu sein. 

5. Deine Risikobereitschaft: Möchtest du möglichst viel Rendite erzielen und nimmst dafür ein höheres Verlustrisiko in Kauf? Oder bevorzugst du sichere Kapitalanlagen, die wiederum zulasten der Rendite oder der Liquidität gehen? Deine persönliche Risikobereitschaft ist ein wichtiger Aspekt, um das optimale Finanzprodukt zu wählen.

All diese Punkte sind bei einer effizienten und bedarfsgerechten Vermögensplanung wichtig. Für Laien ist es aber oft schwer, ihre Werte und Präferenzen den richtigen Finanzprodukten zuzuordnen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass sie sich professionelle Hilfe holen.

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Unsere Finanzexperten von Königswege stehen dir zur Seite. Wir zeigen dir, wie du das magische Dreieck der Geldanlagen optimal für dich nutzen kannst und welche Finanzprodukte zu dir und deinen Zielen, Werten und Präferenzen passen. Vereinbare jetzt einen Termin mit uns und lass dich beraten!

Dieser Artikel wurde von Stefan Gierschke verfasst.
Stefan ist Experte für Finanzen und Geschäftsführer der Königswege GmbH. Sein Motto: Nie 0815 immer KW.

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